1835
eingetragene Fehlstunden
im Zeitraum von 12.10.2015 bis 26.05.2018

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Presse

Presseartikel von uns

Presseartikel und Medienberichte zu Fehlstunden im Saarland

Die Gesamtlandesschülervertretung des Saarlandes (GLSV) hat CDU und SPD aufgefordert, in den Koalitionsverhandlungen über Maßnahmen gegen den Unterrichtsausfall im Saarland zu beraten. Nach GLSV-Angaben fallen im Saarland jeden Tag mehr als 1400 Schulstunden aus.

Saarbrücken. „Diese Zahl haben wir durch Einzelabfragen an jeder Schule selbst ermittelt, weil das Bildungsministerium dazu keine Statistik führt“, sagte der GLSV-Vorsitzende Alexander Zeyer der SZ. Schuld an dem Unterrichtsausfall sei ein Lehrermangel. Die sogenannte Lehrerfeuerwehr sei meist schon zu Jahresbeginn mit dem Unterricht in der Unterstufe ausgelastet. Oberstufenkurse an weiterführenden Schulen aber würden lange nicht vertreten. Jos

http://www.sol.de/titelseite/topnews/Saarbruecken-Ausfall-Schule-Schueler-Unterricht-Saarlands-Schueler-wehren-sich-kein-Unterrichtsausfall;art26205,3771446

Zur Lehrersituation im Saarland

Die Lehrer-Feuerwehr – ein Instrument der Hilflosigkeit
Während einer saarländischen Landtagsdebatte zum Thema Unterrichtsausfall kritisierte der ehemalige saarländische Bildungsminister und Grünen-Abgeordnete Klaus Kessler den hohen Anteil des strukturellen Unterrichtsausfalls an saarländischen Berufsschulen. Damit gemeint ist Unterricht , der in der Stundentafel vorgesehen ist, jedoch mangels Vertretungskräften nicht gehalten werden kann, also komplett ausfällt. Bildungsminister Commerçon bemühte sich redlich, diese Kritik zu entkräften und verwies auf eine Erweiterung der sogenannten Lehrer-Feuerwehr um 72 Prozent (!) auf 389 Stellen.

Armutszeugnis, aber kein Erfolg
Das sollte eine Erfolgsbilanz sein, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Denn wer den Schulbetrieb kennt, der weiß: wenn solche Aushilfskräfte immer häufiger eingesetzt werden müssen, dann ist die gesamte Unterrichtsversorgung marode. Eine gut personalisierte Schule braucht keine Lehrerfeuerwehr.
Die „mobile Lehrerreserve“ ist eine besonders schlimme Form staatlicher Ausbeutung. Junge Leute mit wenig Erfahrung, meist mit befristeten Billig-Verträgen, werden sozusagen den Schülern zum Fraß vorgeworfen. Sie sind frei verfügbare Lückenbüßer. Man steckt sie mehr oder weniger willkürlich in die Stunden, in denen gerade Lehrer fehlen. Meistens geht es nur darum, die Schüler irgendwie zu beschäftigen. Hauptsache, es steht etwas im Klassenbuch. Feuerwehrlehrer können froh sein, wenn sie – beispielsweise als Schwangerschaftsvertretung – eine Klasse über mehrere Monate hinweg durchgängig unterrichten dürfen. Doch ihr Einsatz ist meist nicht mehr als ein kurzes Gastspiel. Die Kinder wissen das und nehmen keine Rücksicht. Unterrichtsstörungen und Disziplinlosigkeit sind an der Tagesordnung. Die Unterrichtsqualität leidet.

Das Saarland verliert im Länderwettbewerb
Je mehr Feuerwehrkräfte erforderlich sind, desto schlimmer ist es um die Lehrerversorgung einer Schule bestellt. Es gibt dann entweder zu wenig fest beschäftigte Lehrkräfte oder der Krankenstand im Kollegium ist dauerhaft zu hoch. Oft trifft auch beides zu. Hauptursache für dieses Dilemma sind die Schwierigkeiten des Saarlandes, geeignete Lehrkäfte zu finden bzw. zu bezahlen. Viele gut ausgebildete Lehrer, die nicht ortsgebunden sind, gehen in ein anderes Bundesland mit besserer Eingangsbesoldung, mit festem Vertrag und eventuell sogar mit der Zusage einer Verbeamtung. Das hat gravierende Folgen für den saarländischen Bildungsstandort: Der Lehrereinsatz erfolgt hierzulande kaum noch nach pädagogischen Gesichtspunkten. Die Lehrkräfte werden bei der Planung des Schuljahrs oftmals willkürlich verheizt, nur damit die Stundentafel irgendwie eingehalten werden kann. Sie müssen häufiger als in anderen Bundesländern fachfremden Unterricht erteilen (in einem Fach, das sie nicht studiert haben). Oder sie werden überwiegend oder ausschließlich nur in einem arbeitsintensiven Hauptfach eingesetzt, weil dort Fachlehrkräfte fehlen (Beispiel: die Lehrerin für Deutsch und Religion, die aber nur Deutsch unterrichten darf). Zudem erhöhen sich auch die Vertretungsstunden, die zusätzlich vom Stammpersonal gehalten werden müssen.

Teufelskreis
Im Zuge dieser Mehrbelastungen entstehen hohe Unterrichtsausfälle wegen Überforderung und Burnout. Ein Teufelskreis, denn nun sind wiederum mehr Feuerwehr-Lehrkräfte erforderlich. Doch deren verstärkter Einsatz trägt nichts dazu bei, diese personellen Schwierigkeiten zu beseitigen. Im Gegenteil: die Missstände werden zementiert und nach außen hin wird nur der Schein einer funktionierenden Unterrichtsversorgung gewahrt.
Saarländische Schulen brauchen dringend mehr fest beschäftigte und qualifizierte Lehrkräfte in allen Fächern. Die Lehrerfeuerwehr ist zwar billig, aber auf Dauer keine Lösung. Unter diesen Umständen, wie geplant, noch 588 Lehrerstellen einzusparen, wäre sicherlich die schlechteste aller Lösungen.

http://www.pisaar.de/zur-lehrersituation-im-saarland/

So hat das Gymnasium keine Zukunft

„Im Saarland gibt es einen Bildungsnotstand – besonders an Gymnasien“, sagt Dr. Rainer Stein-Bastuck (59) im FORUM-Interview. Der Vorsitzende der Bundesdirektoren-konferenz Gym¬na¬si¬en (BDK) plädiert für einen politi¬schen Richtungswechsel und für eine bundes¬ein¬heitliche Schulstruktur – zum Wohle der Schüler und Eltern.

Im Saarland gibt es gerade an Gymnasien einen gravierenden Lehrermangel. Wie beeinträchtigt dieser Umstand die Leistungen der Schüler?

Lehrermangel sowie der damit verbundene Unterrichtsausfall und die damit einhergehenden häufigen Lehrerwechsel sind stets nachteilig für die Schüler. Es gibt keine Kontinuität mehr und pädagogisch sinnvoller Lehrereinsatz ist nicht mehr planbar. Es gibt viele Klassen, die während eines Schuljahres in einem Fach mehrere verschiedene Lehrkräfte haben. Das geht natürlich zu Lasten der Unterrichtsqualität. Stehen in bestimmten Fächern nicht genügend Lehrkräfte zur Verfügung, müssen die Gymnasien auch ihre Angebote im Förderunterricht oder in den Arbeitsgemeinschaften reduzieren.

Was könnte gegen den Fachkräftemangel an saarländischen Gymnasien getan werden – die Kassen sind doch leer?
Wenn man wirklich der Bildung als wichtigster Zukunftsinvestition Priorität einräumt, muss man trotz klammer Kassen in die Lehrerbildung investieren. Dies bedeutet zum einen keine Lehrerstellen abzubauen und zum anderen genügend Lehrkräfte zu gewinnen.

Weiter… http://archiv.magazin-forum.de/so-hat-das-gymnasium-keine-zukunft/

Schulminister schummeln beim Unterrichtsausfall

Bundesweit fallen mehr Schulstunden aus, als man aus den offiziellen Zahlen ablesen kann. Der Grund: Ist ein Kollege oder eine Kollegin krank, gibt es zwar oft Vertretungslehrer, fachspezifischer Unterricht findet aber eher selten statt.

Von Miltiadis Oulios

Wie viel Unterricht in Deutschland tatsächlich ausfällt, ist umstritten. Manche Bundesländer wie das Saarland, Niedersachsen und Hessen liefern überhaupt keine Zahlen dazu. Auch Nordrhein-Westfalens Bildungsministerin Sylvia Löhrmann von den Grünen möchte keine Statistik führen. Das koste mehr als es bringt, sagt sie mit Bezug auf ein aktuelles Gutachten, das der NRW-Landtag in Auftrag gegeben hatte.

Dabei machen sich andere Bundesländer durchaus diese Mühe. Brandenburg, Sachsen oder Rheinland-Pfalz etwa liefern sogar Daten zu einzelnen Schulen. In Koblenz zum Beispiel fällt an der Gesamtschule Freiherr vom Stein laut Statistik keine einzige Stunde aus. Am Karthause-Gymnasium im Schnitt einmal die Woche.

Doch selbst dort, wo das Ausmaß des Unterrichtsausfalls dokumentiert wird, schummeln die Schulminister. Gewöhnlich teilen sie der Öffentlichkeit gerne mit, dass die Ausfälle nur einen sehr geringen Teil aller Schulstunden ausmachen. In Berlin, Mecklenburg-Vorpommern oder Bremen rund zwei Prozent. In Thüringen und Sachsen über dreieinhalb Prozent. Diese Durchschnittswerte verzerren aber die Wirklichkeit. An Grundschulen fällt fast nie eine Stunde aus. An Berufsschulen und Gymnasien dafür umso häufiger. Es lohnt sich also, genau nachzurechnen.

http://www.deutschlandfunk.de/bildung-schulminister-schummeln-beim-unterrichtsausfall.1180.de.html?dram:article_id=277567